Rückblick: Tag der Medienkompetenz 2020

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Am 19. November fand der jährliche Tag der Medienkompetenz in Sachsen-Anhalt statt. An diesem Aktionstag bieten Akteure aus dem Bereich der Medienbildung vielfältige Angebote zur Arbeit mit oder der Diskussion über digitale Medien an. Auch das Team von DikoLa beteiligte sich mit einem Online-Workshop zum Thema Open Educational Resources in Schule und Hochschule.

Potentiale von Open Educational Resources im Bildungsbereich aufzeigen

Open Educational Resources, kurz OER, sind Bildungsmaterialien, die unter einer freien Lizenz zur Verfügung gestellt werden. Der Vorteil von OER-Materialien liegt in der Möglichkeit, diese Produkte urheberrechtsfrei bzw. unter anderen freien Lizenzen zu verwahren, selbst zu verwenden und zu verarbeiten, dabei zu remixen und als neue Materialien zu vervielfältigen.

 Für den Bildungsbereich ermöglicht die Arbeit mit OER u.a.:

  • Vernetzung und Kooperation: Materialien aus unterschiedlichen Bildungsinstitutionen für Allgemeinheit zugänglich
  • Good-Practice-Austausch: erprobte Materialien können langfristig und nachhaltig genutzt werden
  • Weiterentwicklung: Anpassen der Materialien  an verschiedene Lehr-Lernkontexte u. Zielgruppen

In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass ein breites Bewusstsein zum Thema OER an vielen relevanten Stellen, wie z.B. der Schule, noch fehlt. Zeitgleich entstehen in der digital vernetzten Community, wie dem #twitterlehrerzimmer oder #twittercampus, umfangreiche Materialsammlungen, Hilfsmittel oder inhaltliche Diskussionen, wie die Arbeit mit OER gefördert werden kann. Mit unserem Workshop sollten diese beiden Bereiche näher zusammengebracht werden, indem wir zum einen über konkrete Möglichkeiten, mit OER im Bildungsbereich zu arbeiten, informierten und zum anderen Ideen zur weiteren Vernetzung von Akteuren im Bildungsbereich diskutierten.

Wie fördern wir eine Kultur des Teilens?

Gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmer*innen tauschten die Mitarbeiter*innen unseres Teams sich zu Erfahrungswerten in der Arbeit mit OER aus. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen, wie Hemmnisse gegenüber der Arbeit mit oder dem Erstellen von OER überwunden werden und Akteure aus dem Bildungsbereich zur Entwicklung eigener OER motiviert werden können. Im Folgenden finden Sie einen Überblick der Diskussionsergebnisse:

  • Freie Zugänglichkeit wird angestrebt, Urheberrecht steht dem häufig entgegen.
  • fehlende Beratungsangebote (unter anderem Urheberrecht, aber auch technische Umsetzung/Grundfähigkeiten zur Erstellung von Materialien)
  • stärkere Verankerung des Themas in der 1. und 2. Phase der Lehrer*innenbildung → frühzeitig Bewusstsein schaffen
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachwissenschaft, z.B. Informatik, und Pädagogik
  • kollegiale Kompetenzvermittlung
  • Anreize für Teilnahme an Weiterbildungen, z.B. digitaler Bildungsurlaub
  • Bildungsföderalismus als Hemmnis?!: zentrale Plattform, redaktionelle, rechtliche, technische Betreuung
  • Kopplung von Plattformanbietern (nicht kommerziell), Verbreitung „in der Fläche“
  • Zusammenarbeit mit Schulleitungen als Multiplikator*innen
  • technische Voraussetzungen (vor allem an Schulen) schaffen
  • konkrete Richtlinien unterstützt durch entsprechende Fortbildungsangebote, die Lehrende auf allen Erfahrungsstufen abholen
  • Tracking und Datenschutz thematisieren
  • Thema in die Lehrer*innenausbildung  und -fortbildung integrieren

Fazit

Der Austausch zum Tag der Medienkompetenz hat unserem Projekt noch einmal wichtige Perspektiven aus der Schulpraxis aufgezeigt, die bei der weiteren Konzeption von Beratungs- und Unterstützungsangeboten von Bedeutung sind. Denn was besonders deutlich in der gemeinsamen Diskussion wurde, dass gerade das Lehramtsstudium an einer wichtigen Schnittstelle agieren kann, um angehende Lehrkräfte für das Thema OER zu sensibilisieren. 

Für die anregende Diskussion möchten wir uns an dieser Stelle auch noch einmal bei den Teilnehmer*innen unseres Workshops bedanken, ebenso wie dem Netzwerk Medienkompetenz für die Organisation der Veranstaltung. Wir hoffen, dass sich unsere Gespräche auch über den Tag der Medienkompetenz hinaus fortsetzen.

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