Dissertationsprojekte

Lotte Hahn: Erklärvideos im Kontext von Physikunterricht

Die Digitalisierungsprozesse im Bildungsbereich führen zu Erweiterungen von Lehr- und Lernkulturen. Ein Beispiel der Digitalisierung von Lehrinhalten sind Erklärvideos, deren Nutzung für schulische Zwecke in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg erlebte.
Im ersten Teilschwerpunkt des Promotionsprojekts werden Physik-Erklärvideos verschiedener Kanäle in Form einer fachlichen und fachdidaktischen Analyse hinsichtlich des Inhalts und der Tiefenstruktur systematisch analysiert. Weiterhin werden Physik-Erklärvideos anhand verschiedener Merkmale, wie beispielsweise übergeordnetes Ziel des Videos oder Sprachstil, kategorisiert und weiter beforscht.
Im zweiten Teilschwerpunkt des Promotionsprojekts werden Perspektiven und Einstellungen (angehender) Physiklehrkräfte bezüglich Erklärvideos im Kontext von Physikunterricht qualitativ erhoben und ausgewertet. Ob sich Personen anhand ihrer Einstellungen und weiterer Merkmale typologisieren lassen, soll untersucht werden.

Abbildung: Forschungsstand
Abbildung 1: Stand und Ausblick.

Saskia Kunz: Fokusentwicklung Studierender in Lehrveranstaltungen zum Einsatz digitaler Medien im Primarbereich

Schon ab der ersten Klasse ist digitale Bildung ein wichtiges Querschnittsthema in allen Unterrichtsfächern. Innerhalb von Lehrveranstaltungen werden angehende Grundschullehrkräfte mit verschiedenen, die Digitalisierung betreffenden, Themen konfrontiert. Welchen persönlichen Fokus aber setzen die Studierenden im Themenfeld “digitale Medien im Grundschulunterricht”?

Das Promotionsprojekt untersucht in einem Pre-Post-Design handschriftliche Essays Grundschullehramtsstudierender und inspiziert, in welcher Weise sich die Priorisierung einzelner Elemente des o.g. Themenfeldes über den Zeitraum einer Lehrveranstaltung hinweg entwickelt. Die Auswertung der Essays erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Pilotierung des Messinstrumentes ist für das Sommersemester 2022 geplant.


Leon Lukjantschuk: Interpretationsprozesse im handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht mit digitalen Medien

In digitalen, handlungs- und produktionsorientierten Lehr-Lernsettings werden Schüler*innen gestalterisch tätig, indem sie digitale Medienprodukte, wie z. B. Videos, Social-Media-Seiten oder Podcasts, zu literarischen Texten entwickeln. Ein solches Lehr-Lernsetting soll im Rahmen meines Promotionsvorhabens im Hinblick auf die darin stattfindenden Lernprozesse von Schüler*innen untersucht werden. Das Ziel des Vorhabens ist es dabei, individuelle Lernwege von Schüler*innen in einem solchen Unterricht nachzuvollziehen. Dafür soll die aus der Politikdidaktik stammende fachdidaktische Argumentationsanalyse (Petrik 2021) für die Erfassung von literarischen Lernprozessen bzw. Interpretationskompetenz nutzbar gemacht werden. Hierbei handelt es sich um ein zentrales Desiderat der empirischen Literaturdidaktik. Um einen umfassenden Zugriff auf die literarischen Lernprozesse der Schüler*innen zu erlangen, werden Lesefragebögen, Tests, Aufnahmen aus dem Unterricht und Interviews erhoben. Im März und Mai 2022 sollen die Erhebungen stattfinden. Der Abschluss der Promotion ist für Dezember 2023 geplant.

Abbildung: Instagram-Seite von "Strapinksi"
Abbildung 2: Bei der digitalen, produktiven Verarbeitung von Literatur gestalten Schüler*innen eigene Interpretationen literarischer Werke. Das Bild zeigt eine von Achtklässler*innen gestaltete Social-Media-Seite zur Novelle „Kleider machen Leute“ aus einer Unterrichtsreihe, die ich im Rahmen meines Promotionsvorhabens untersuche.